Dosieraerosol mit Salbutamol und Budesonid reduziert Exazerbationen bei mildem Asthma

Neue Studiendaten zeigen: Eine bedarfsabhängige Inhalationstherapie mit einer Fixkombination aus dem kurzwirkenden β2-Agonisten (SABA) Salbutamol und dem inhalativen Glukokortikoid (ICS) Budesonid kann auch bei mildem Asthma schwere Exazerbationen deutlich verringern.

Eine randomisierte, doppelblinde Phase-3b-Studie (BATURA-Studie) hat aktuell gezeigt, dass die bedarfsweise Anwendung eines Dosieraerosols mit Salbutamol und Budesonid die Rate schwerer Asthma-Exazerbationen bei Patientinnen und Patienten mit mildem, unkontrolliertem Asthma nahezu halbieren kann – im Vergleich zur alleinigen Anwendung von Salbutamol.

Studienhintergrund und Methodik

Anders als oft angenommen, sind auch Menschen mit mildem Asthma nicht vor schweren Exazerbationen oder sogar asthmabedingten Todesfällen geschützt – bis zu 30 % aller Todesfälle entfallen auf diese Gruppe.

Viele dieser Patientinnen und Patienten verwenden ausschließlich SABA zur Symptomkontrolle, ohne die zugrunde liegende Entzündung ausreichend mit einem inhalativen Steroid zu behandeln. Die Global Initiative for Asthma (GINA) empfiehlt eine Kombinationsstrategie mit einem ICS ab dem Alter von 12 Jahren – in der Praxis bedeutet das jedoch den Einsatz zweier Inhalatoren, was bei fatalen Asthmaattacken oft schwierig ist. In der Notfallambulanz werden im Akutfall systemische Steroide eingesetzt.

Die multizentrische, US-amerikanische BATURA-Studie schloss 2.421 Patientinnen und Patienten (Durchschnittsalter: 42,7 Jahre) ein, bei denen das Asthma seit im Mittel 24 Jahren bestand. 88,8 % hatten im Vorjahr keine schwere Exazerbation, dennoch wiesen sie laut „Asthma Impairment and Risk Questionnaire“ (AIRQ) eine unzureichende Krankheitskontrolle (Ø 4,8 Punkte) auf.

Die randomisierte, rein virtuelle Studie verglich über 52 Wochen die bedarfsweise Anwendung eines Dosieraerosols mit Albuterol/Budesonid (je 180 µg/160 µg pro Dosis) mit der Monotherapie mit Albuterol (in Deutschland Salbutamol).

Die Patientinnen und Patienten von 54 US-Zentren bekamen die Dosieraerosole zugeschickt. Der primäre Endpunkt war das Auftreten einer ersten schweren Exazerbation. Exazerbationen und Therapie wurden telemedizinisch dokumentiert.

Signifikante Reduktion schwerer Asthmaattacken

Die Studie wurde nach einer Zwischenauswertung vorzeitig abgebrochen, nachdem ein Vorteil im Endpunkt eindeutig erkennbar war:

  • Schwere Exazerbationen traten in der Kombinationsgruppe bei 5,1 % der Patienten auf, gegenüber 9,1 % in der SABA-Monotherapiegruppe (Hazard Ratio 0,53; 95%-KI 0,39–0,73).
  • Auch in der Intention-to-treat-Analyse blieb der Vorteil bestehen: 5,3 % versus 9,4 % (HR 0,54).
  • Die jährliche Rate von schweren Asthmaexazerbationen wurde nahezu halbiert: 0,15 versus 0,32 (HR 0,47).
  • Die mittlere jährliche systemische Steroiddosis lag in der Kombinationsgruppe mit 23,2 mg deutlich unter der der Vergleichsgruppe (61,9 mg/Jahr).

Bemerkenswert: Die Kombinationstherapie führte nicht zu einer Zunahme unerwünschter Ereignisse.

Klinische Relevanz und Ausblick

Die Studienergebnisse bestätigen die Empfehlungen der GINA, die bereits seit 2019 eine Kombinationstherapie mit inhalativem Steroid auch für Patientinnen und Patienten mit mildem Asthma befürwortet.

Die neu zugelassene Kombination (in den USA unter dem Namen Airsupra verfügbar) bietet erstmals eine praktikable Lösung in einem einzigen Inhalator.

In Deutschland ist derzeit keine vergleichbare Kombination aus SABA und ICS zur Bedarfsanwendung verfügbar.

 

Originalpublikation:
LaForce C, Albers F, Danilewicz A, Jenes-Alois A, Kraft M, Panettieri RA, Rees R: As-Needed Albuterol–Budesonide in Mild Asthma. NEJM May 19, 2025; DOI: 10.1056/NEJMoa2504544