Jede fünfte Person in Deutschland von chronischen Venenerkrankungen betroffen
Schwere, müde oder geschwollene Beine sind für viele Menschen eine typische Begleiterscheinung heißer Sommertage. Doch hinter den Beschwerden können auch ernsthafte Erkrankungen stecken. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) hin. Beinschwellungen können nicht nur durch hohe Temperaturen verursacht werden, sondern auch Anzeichen für eine Thrombose oder Erkrankungen von Herz und Nieren sein.
Bei Hitze erweitern sich die oberflächlichen Blutgefäße, um überschüssige Wärme über die Haut abzugeben. Allerdings werde dadurch der Rücktransport des Blutes zum Herzen erschwert. Gleichzeitig nähmen Elastizität und Dichtigkeit der Gefäßwände ab, sodass Flüssigkeit ins Gewebe austreten könne. Besonders betroffen sind Menschen mit Venenerkrankungen – davon ist laut DGG etwa jede fünfte Person in Deutschland betroffen.
Zur Vorbeugung empfehlen Gefäßmediziner regelmäßige Bewegung und ausreichend Flüssigkeit. Schon kurze Spaziergänge oder wiederholtes Wippen von den Fersen auf die Zehenspitzen fördern den venösen Rückfluss. Auch das Hochlagern der Beine sowie kalte Wassergüsse von den Füßen in Richtung Herz.
Menschen mit Venenleiden sollten zudem ihre Kompressionsstrümpfe auch im Sommer konsequent tragen. Moderne Modelle aus atmungsaktiven Materialien seien deutlich angenehmer als viele vermuten. Zusätzliche Kühlung könne durch das Befeuchten der Strümpfe oder den sogenannten „Kühlschrank-Trick“ erreicht werden: Werden die Strümpfe vor dem Anziehen einige Minuten gekühlt, sorgt dies für einen erfrischenden Effekt und unterstützt die Gefäßverengung.
Meist sind geschwollene Beine bei Hitze harmlos. Die DGG warnt:
Schwillt nur ein Bein an, gilt dies als mögliches Warnsignal für eine Venenthrombose und sollte umgehend ärztlich abgeklärt werden. Treten zusätzlich Atemnot, Brustschmerzen oder Herzrasen auf, besteht der Verdacht auf eine Lungenembolie – ein medizinischer Notfall. Auch einseitige Schmerzen, Rötungen, Überwärmung oder ein auffallend kaltes und blasses Bein erfordern rasche medizinische Abklärung.
Auch anhaltende Schwellungen beider Beine sollten ernst genommen werden. Bleiben die Beschwerden unabhängig von warmen Tagen bestehen oder treten regelmäßig auf, können Herz- oder Nierenerkrankungen die Ursache sein.
Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG)