UMFRAGE: DIE MEHRHEIT DER BEFRAGTEN BAUT AUF APOTHEKENBERATUNG

Eine aktuelle Umfrage1 zeigt, dass beim Thema Wundbehandlung nach wie vor erhöhter Aufklärungsbedarf bei Patienten besteht: Demnach versorgen mehr als zwei Drittel der Befragten ihre Alltagsverletzungen nicht so, wie Wundexperten es empfehlen. Patienten ist kaum bekannt, dass die ideal-feuchte Wundbehandlung auch ein geeignetes Prinzip ist, um Bagatellwunden gut abheilen zu lassen und das Narbenrisiko zu reduzieren. 76% der Umfrageteilnehmer lassen sich über ein geeignetes Wundheilmittel in der Apotheke beraten.

Prof. Dr. med. Joachim Dissemond, Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Universitätsklinikum Essen

„Während man früher davon ausging, dass Wunden an der Luft trocknen müssen, wissen wir heute, dass ausgetrocknete Wunden eher stagnieren. Im feuchten Milieu können sich Zellen besser vermehren“, berichtet Prof. Dissemond. Die Verwendung von Hydro­ge­len für eine ideal-feuchte Wundversorgung führe zu einer schnelleren und unkomplizierteren Heilung und tendenziell zu einer geringeren Narbenbildung.2 Jedoch ist feucht nicht gleich feucht: Im Gegensatz zu Hydrogelen behindern okklusive Wundsalben den Feuchtigkeits- und Gasaustausch. Hydrogele (z. B. Tyrosur® Wundheilgel*, Tyrosur® CareExpert Gel*) sorgen für eine ausgeglichene Befeuchtung der verletzten Haut und fördern mit ihrer luftdurchlässigen Konsistenz den Gasaustausch zwischen Wunde und Umgebung. Ein weiterer Vorteil: Hydrogele sind in allen Phasen der Wundheilung, von der Reinigungs- bis zur reparativen Phase, einsetzbar.3

Infizierte Wunden, die in der Regel durch Rötung, Pochen, Schmerzen und Schwellung der umgebenden Haut erkennbar sind, sollten besonders behandelt werden. Laut der Umfrage behandeln 80% der Befragten eine Wunde unterschiedlich, abhängig davon, ob sie entzündet ist oder nicht.1 Allerdings gaben auch 82% an, dass es ihnen nicht leicht fällt, dies einzuschätzen.

Infizierte Wunden: Wiederherstellung der Schutzbarriere

Im Zuge von Hautverletzungen kann es zu Lücken in der Infektionsabwehr der Haut kommen, sodass sich Pathogene leichter ausbreiten können. „In dem Fall einer infizierten Wunde kann im Rahmen der Selbstmedikation bspw. ein Tyrothricin-haltiges Hydrogel angewendet werden“, berichtet Dissemond. Tyrothricin ist ein antimikrobielles Peptid (AMP) und ist der Wirkstoff in Tyrosur® Wundheilgel. „Die lokale Behandlung mit Antibiotika wird in der Wundbehandlung heute nicht mehr empfohlen“, betonte der Dermatologe. Durch Kontaktsensibilisierung können klassische Lokal-Antibiotika Allergien erzeugen. Zudem wird der Resistenzentwicklung unnötig Vorschub geleistet.

AMPs nehmen im Vergleich zu klassischen Antibiotika eine Sonderstellung ein. Sie kommen natürlich z.B. in Bakterien, Pflanzen, Tieren und auch im menschlichen Körper vor und dienen als wichtiger Schutzmechanismus gegen Mikroorganismen. Sie haben ein breites Wirkspektrum und bekämpfen effektiv eine Vielzahl von grampositiv­en und -negativen Bakterien, verschiedene Pilzarten, Viren und Parasiten.6

Bislang keine Resistenzen bekannt

Tyrothricin ist ein Polypeptidgemisch aus Tyrocidinen (ca. 70–80%) und Gramicidinen (ca. 20–30%), für das bisher keine Resistenzen bekannt sind. Es zeichnet sich nicht nur durch seine gute Verträglichkeit aus, sondern hat auch ein sehr geringes Risiko für Resistenzentwicklungen.4, 5 Zum Wirkspektrum zählen auch MRSA, die bei Hautinfektionen eine Rolle spielen können.

Die Kombination der beiden Substanzen ermöglicht einen gezielten Doppelangriff auf die bakterielle Zellmembran. Dies geschieht durch die Zerstörung der osmotischen Barriere der Membran und die Bildung kationenleitender Kanäle, die zu einem Kaliumaustritt aus der Zelle führen.7 Darüber hinaus führt Gramicidin zur Entkopplung der Atmungskettenphosphorylierung.7 Zur Resistenzentwicklung wäre eine Veränderung der Zusammensetzung der Zellmembran erforderlich. Dies stellt für die Pathogene einen erheblich komplizierteren Prozess dar als die Mutation von Enzymen im Zellinneren.8 Die schnelle Abtötung von Pathogenen innerhalb weniger Minuten reduziert zusätzlich die Chance der Resistenzentwicklung.8

Nicht-entzündete Wunden – Befeuchtung durch Dexpanthenol

Auch bei oberflächlichen Hautschädigungen und nicht-entzündeten Wunden, die im Alltag häufig vorkommen, gilt der galenische Grund­atz der ideal-feuchten Wundheilung durch Hydrogele. Dies umfasst geschlossene, oberflächliche Wunden sowie Hautschäden durch rissige, trockene Haut oder leichte Verbrennungen. Dermatologen empfehlen bei der Behandlung solcher oberflächlichen Wunden die Verwendung von pflegendem Dexpanthenol. Ein Beispiel für ein Hydrogel mit kühlendem Soforteffekt, Befeuchtung und befeuchtenden, pflegenden Eigenschaften durch Dexpanthenol ist das Medizinprodukt Tyrosur® Care­Expert Wundgel*.

Fazit

Tyrothricin, ein antimikrobielles Peptid, weist neben seiner guten Verträglichkeit auch ein sehr geringes Risiko für Resistenzentwicklungen auf und hat keine negativen Auswirkungen auf körpereigenes Gewebe. Das Tyrosur® Wundheilgel vereint die Vorteile einer Hydrogel-Grundlage mit Tyrothricin. Es bekämpft effektiv relevante Keime in kleinen, infizierten und oberflächlichen Verletzungen, fördert die Wundheilung und kann in allen Wundheilungsphasen eingesetzt werden.

(mk)

Weitere Informationen unter www.tyrosur.de.

Tyrosur® Wundheilgel. Wirkstoff: Tyrothricin. Zusammensetzung: 100g Gel enthalten 0,1g Tyrothricin. Sonstige Bestandteile: Cetylpyridiniumchlorid 1 H2O, Propylenglykol, Ethanol 96%, Carbomer (40.000–60.000 mPa·s), Trometamol, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Zur lindernden Behandlung von kleinflächigen, oberflächlichen, wenig nässenden Wunden mit bakterieller Superinfektion mit Tyrothricin-empfindlichen Erregern wie z. B. Riss-, Kratz-, Schürfwunden. Gegenanzeigen: Nicht anwenden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe. Nicht zur Anwendung auf der Nasenschleimhaut. Nebenwirkungen: Sehr selten kann es zu Überempfindlichkeitserscheinungen, wie z. B. Brennen auf der Haut, kommen. Warnhinweis: Enthält Propylenglycol! Stand: Nov 2020. Engelhard Arzneimittel GmbH & Co. KG, 61138 Niederdorfelden.

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* Zur lindernden Behandlung von kleinflächigen, oberflächlichen, wenig nässenden Wunden mit bakterieller Superinfektion mit tyrothricinempfindlichen Erregern wie z. B. Riss-, Kratz-, Schürfwunden.

1 Appinio im Auftrag von Engelhard, Januar 2023, Endverbraucherbefragung mit 1.000 Teilnehmern.
2 Vanscheidt W. Pharmaz Zeitung 2010; 29: 24–25
3 Lang C, Staiger C. Pharmazie 2016; 71: 299–305. DOI: 10.1691/ph.2016.6038.
4 Stauss-Gabo M, Atiye S et al. Pharmazie 2014; 69(11): 838–41
5 Lang C, Staiger C. Pharmazie 2016; 71: 299–305
6 Cordes J, Wittersheim M et al. Der Hautarzt 2014; 65: 50–5
7 S2k + IDA Leitlinie: Diagnostik und Therapie S. aureus bedingter Infektionen der Haut und Schleimhäute, 2011. AWMF Register-Nr. 013-038
8 Marques MA, Citron DM et al. Bioorg Med Chem 2007; 15(21): 6667–77